Schmetterlinge fotografieren

Hallo!

Du bist interessiert daran Schmetterlinge zu fotografieren? Wo könnte man das besser, als in einem Schmetterlingspark? Das dachte ich mir auch, denn pünktlich zum sonnigen Frühlingsstart hat der Schmetterlingspark Wittenberg nach der Winterpause wieder seine Pforten für die diesjährige Saison geöffnet. Grund genug für uns, bei herrlichem Sonnenschein einen Familienausflug dorthin zu unternehmen. Die ca. 1 Stunde Fahrtzeit nahmen wir als akzeptabel in Kauf.

Da dies schon mein zweiter Besuch im Schmetterlingspark war wusste ich, wie die Örtlichkeiten sind und was auf mich zukommt. Daher konnte ich die Fototasche entsprechend packen. Als Kamera kam meine Nikon D800 zum Einsatz, vorne dran das 105mm Makro-Objektiv von Nikkor für Close-Ups. Persönlich nutze ich gerne einen Polfilter, also habe ich den ebenfalls eingepackt. Für ein stabileren Stand beim Fotografien begleitete mich dieses Mal mein Einbeinstativ mit Kugelkopf.

Ausrüstung

Makro-Objektiv mit Telebrennweite – Für Aufnahmen von Schmetterlingen bietet es sich an, ein Makro-Objektiv mit längerer Brennweite zu nehmen. Warum? Ganz einfach: Mit kürzeren Brennweiten müsste ich vergleichsweise näher an die Schmetterlinge heran – was bei diesen dann den Fluchtreflex auslöst. Motiv weg = kein Foto. Der kürzeste Abstand zum Motiv kann mit dem 105er Makro-Objektiv 31 cm betragen, damit habe ich beim Fotografieren genügend Distanz zum Schmetterling und rücke ihm nicht zu sehr auf die Pelle.  Ein bisschen Abstand ist in diesem Falle also sogar eher hilfreich.

Polfilter für satteres Grün – Die Schmetterlinge haben es gerne warm, und leben in einer Art Treib- bzw. Gewächshaus mit entsprechender Bepflanzung. Auf den Blättern hat man häufig Reflexionen welche der Polfilter filtert und so dafür sorgt, dass die Blätter ein schönes, sattes Grün bekommen. Manche kritisieren diesen Effekt zwar als zu geringfügig, ich persönlich finde den Unterschied jedoch ausreichend, dass ich auf den Filter nicht verzichte. Und ich schraube lieber in einen Polfilter auf die Linse, als hinterher Zeit in der Bildbearbeitung aufwenden zu müssen. Der einzige wirkliche Nachteil ist, dass der Polfilter ca. eine Blendenstufe Licht schluckt, was unter Umständen zu kniffeligen Belichtungssituationen führen kann. Der Polfilter ist definitiv kein Muss, wer also keinen oder keine Lust drauf hat, der kann ihn auch weglassen.

Den Effekt veranschaulichen aber die folgenden beiden Bilder, welche direkt ohne Bearbeitung aus der Kamera kommen.

Bild ohne Polfilter - Schmetterlinge fotografieren

Auf der Blattspitze links im Bild sind deutliche Reflexionen zu erkennen.


Mit Polfilter - Schmetterlinge fotografieren

Die der Polfilter mit der richtigen Ausrichtung zuverlässig herausfiltert (Bilder OOC).

Einbeinstativ mit Kugelkopf – Mein Einbeinstativ von Manfrotto lässt sich schnell auf die gewünschte Höhe einstellen und ist dadurch extrem flexibel. Dank des Kugelkopfs lässt sich die Kamera ebenfalls schnell und einfach neu ausrichten, so dass ich mich mit dieser Kombination gut auf sich ändernde Situation einstellen kann. Ein Dreibeinstativ ist mir persönlich für den Schmetterlingspark in Wittenberg zu sperrig, außerdem kann ich mit dem Einbein schneller meinen Standort wechseln. Und schließlich sind lange Belichtungszeiten hier auch eher unangebracht.

Praxis

Soweit die Ausrüstung. Im Gewächshaus ist es sehr warm, und die Luftfeuchtigkeit ist ebenfalls hoch. Daher braucht dein Equipment einen Moment, um sich an das Klima anzupassen. Nach einer kurzen Wartezeit sind die Linsen dann nicht mehr beschlagen, und es kann losgehen.

Ruhig mal Blätter und Blüten unscharf im Vordergrund zeigen.

In der Praxis gibt es für das Fotografieren im Schmetterlingspark ansonsten keine besonderes Schwierigkeiten, denn die zahlreich vorhandenen Schmetterlinge fliegen umher und kennen auch keine Scheu in dem Sinne, dass sie sich von Besuchern fern halten würden. Sicherlich sind es keine Kuscheltiere. Aber sie lassen die Besucher sehr nahe an sich heran, wenn sie beispielsweise auf einem Blatt sitzen oder an einer Blüte Nektar schlürfen. Klar sollte aber sein, dass man die Falter nicht an den Flügeln anfasst. Ganz wichtig: Auf einen Blitz muss unbedingt verzichtet werden, denn das Blitzlicht lässt die Schmetterlinge erblinden! 

Soweit mein kleiner Exkurs zum Thema Schmetterlinge. Wie du siehst, lohnt sich ein Ausflug – zum einen für einen für einen tollen Tag mit der Familie, und zum anderen nimmst du noch ein paar schöne Fotos von Schmetterlingen mit nach Hause!

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