
Und zwar in Form von Ego-Shooter Call Of Duty 4: Modern Warfare, der heute bzw. gestern herausgekommen ist. Die Box erinnert mich ein bisschen an Battlefield 2, und ganz richtig: im Gegensatz zu den Vorgängern, die im 2.ten Weltkrieg angesiedelt sind, spielt Call Of Duty 4 in der Gegenwart. PC-Spieler werden sich vielleicht auch fragen, wo CoD 3 geblieben ist – dieser Titel erschien nicht für den PC, sondern ausschließlich auf Konsolen wie wii.
Die ersten beiden Titel der Call of Duty-Reihe fand ich schon hammer, von daher blieb mir am abend nichts anderes übrig, als CoD zu installieren und mich in die herausragend inszenierten Missionen zu stürzen.
Das Spiel beginnt mit einer Trainingssequenz, bei der ich in der Rolle von SAS-Soldat “Soap” mein Können beweisen muss. Also MP5 geschultert, runter am Seil und ab in den Häuserkampf. Basierend auf der Geschwindigkeit, in der ich das Training absolviere, und der Präzision beim Schießen stuft mich CoD 4 für einen der vier Schwierigkeitsgrade ein. Aber keine Angst: das ist nur ein Vorschlag, die Schwierigkeit kann ich als Spieler selber festlegen. Da COD 4 recht kurz sein soll, entscheide ich mich für den dritten Schwierigkeitsgrad – will ja schließlich nicht einschlafen!
Die erste richtige Mission nach dem Training hat auch noch einführenden Charakter. Es gilt, mitten in der Nacht einen Tanker zu entern und eine Bombe zu sichern. Die Mannschaft wird dabei als “entbehrlich” eingestuft – diese Äußerungen lassen keinen Zweifel daran, dass Call of Duty 4 ein Kriegsspiel ist, dass nichts beschönigt. So wird die Mannschaft dann auch von unserem Trupp dahingerafft, die Mission an sich ist recht simpel und schnell geschafft. Die Geschichte zum Spiel wird in den Ladesequenzen erzählt, und so schafft es CoD 4, die Spannung und Atmosphäre aufzubauen und zu halten. Schließlich kommt nicht die übliche “Mission lädt” Schnarchstunde auf. Erwartungsgemäß habe ich die erste und die zweite Hälfte des Spiels in jeweils einem Rutsch durchgezockt!
Atmosphärisch hat CoD 4 einiges zu bieten. Sound und Umgebungseffekte sind toll. Überall schlagen Kugeln ein, und jede Menge Einzelhandlungen finden um mich herum statt. Durch die KI der Gegner kommt auch keine Langeweile auf. Zum einen pfeifen Kugeln durch Holz und Blechwände, zum anderen kullern mir ständig Granaten vor die Füße. Ausruhen und nichts tun kommt also nicht in Frage. Zudem verharren die Fronten so lange, bis ich als Spieler vorrücke. Meine Teamkameraden bleiben so lange stehen, bis ich mich nach vorne kämpfe. Mir haben besonders die Nacht & Nebel Einsätze als SAS gefallen. Mal als Scharfschütze abräumen, dann als kleines Team einen Kameraden befreien oder einen Hinterhalt legen. Jedes Mal sind die Missionen anders und sehr spannend. Die Action kommt aber keinesfalls zu kurz: in allen Fällen geht es aufs heftigste zur Sache.
Abwechslungsreich sind dabei auch die Gunner-Missionen: in einem Bomber am Abzugshahn sitzen und aus 10 km Entfernung auf winzig kleine Punkte zu schießen macht mir schon sehr deutlich, welche Chancen Infanteriesoldaten im Krieg wirklich haben. Solche und andere Punkte bringen zwischendurch immer wieder eine gewisse Ernüchterung und Ernsthaftigkeit ins Spiel. Sollten sie zumindest. Na gut, genug morapostelt: Spaß macht es natürlich trotzdem! In der zweiten Gunner-Mission sitze ich am Drücker eines Helikoptergeschützes, und schalte damit Raketenstellungen, Fahrzeuge und anderes aus. Alles vom Schwierigkeitsgrad her knackig! Trotz aller Schwierigkeit sind alle Mission schaffbar. Die einzige Ausnahme ist die Mission, die am Riesenrad in Prypiat spielt: am Ende gilt es einer Gegnerwelle nach der anderen stand zu halten – das funktionierte nur, weil ich hinter einem Baum eine “Bugstelle” entdeckt habe, wo die Gegner mich nicht gestellt oder mit Granaten eingedeckt haben.
Call of Duty 4 ist toll: als Spieler schlüpfe ich als Angehöriger der Spezialeinheit SAS (See-Air-Service) in die Rolle von Soldat “Soap” und kämpfe mich durch entsprechende Nacht & Nebel Einsätze, oder finde mich als Marine der U.S. Army in heftige Straßenkämpfe im Mittleren Osten verwickelt. Alle Missionen sind toll und atmosphärisch gemacht, und trotz der recht alten Engine von CoD 2 ist CoD 4 ein Augenschmaus. Einziges Manko ist die Länge bzw. Kürze des Spiels. Ich habe es auf dem drittschwersten Level innerhalb von zwei Tagen durchgespielt.
Die Alterfreigabe von 18+ ist in jedem Fall gerechtfertigt.
CoD 4 ist parallel auch für XBOX 360, PS3 und für den Nintendo DS erschienen.